Sonntag, 30. November 2008
Von San Pedro nach Salta
Mit erheblicher Verspaetung, wie koennte es auch anders sein, brachen wir am Morgen des 07. Novembers in Richtung Salta auf. Muehselig kaempfte sich unser Bus die knapp 3000 Meter zum Pass hinauf, ueber das Altiplano und schliesslich die beeindruckende Strasse auf der argentinischen Seite der Andenkette wieder hinab. Zwoelf Stunden spaeter sahen wir endlich die Lichter von Salta vor uns aufleuchten.
San Pedro de Atacama
San Pedro: Bestimmt bestehen 90 % des Dorfes aus Hotels, Restaurants, Cafes und Reiseveranstaltern. Dass das seinen Preis hat versteht sich von selbst. Nach vier Wochen Bolivien erlebten wir hier daher nicht nur einen Kultur-, sondern auch einen extremen Preisschock. Das Erste was wir also machten, war einen Bus zu buchen, der uns so schnell wie moeglich wieder aus dieser Touristenmetropole herausbringen sollte. Und wir hatten Glueck: Zwei von vier freien Plaetzen im naechsten Bus nach Salta wurden unsere (Busse in Richtung Salta verkehren hier nur dreimal woechentlich). Die kommenden zwei Tage verbrachten wir mit Wanderung im Valle de la Luna, Moutainbiken und Sandboarden. Und was eine echte Neuheit war: von morgens bis abends in T-Shirt und kurzer Hose.
Sonntag, 16. November 2008
Sonntag, 9. November 2008
Tour von Uyuni nach Chile



Am naechsten Morgen starteten wir in die endlose Weisse der Salar de Uyuni. An Board des Jeeps, unser Guide Valerio mit Frau (= unserer Koechin) und Sohn und wir, eine sechskoepfige Gruppe aus UK, Australien, Holland und Deutschland. Vorbei an der Isla del Pescado, einer mit riesigen Kakteen bewachsenen "Insel" inmitten der weissblauen Landschaft, fuehrte uns die Fahrt an den Rand der Salzwueste nach Agua Quiza, wo wir die Nacht in einem Salzhotel verbrachten. Auf der Suche nach Bier irrten wir durch das ausgestorbene Dorf, bis wir schliesslich von zwei Maedchen eingeladen wurden, ihnen in ihr Haus zu folgen. Hier sass das ganze Dorf um einen kleinen Altar versammelt, ass und trank Hochprozentiges in Gedenken an die Toten (Allerheiligen). Natuerlich konnten wir weder Essen noch Schnaps ausschlagen, nachdem wir bereits Teil des Festes waren. Eine sehr schoene und echte Begegnung spaeter verliessen wir am naechsten Morgen das Dorf. Durch rote Wuesten mit bizarren Steinformationen, vorbei an bunten Lagunen mit pinkfarbenen Flamingos ging es stetig Richtung Sueden. Mit dem Guide verstanden wir uns praechtig und auch der Kleine hatte maechtig Spass mit uns. Und da tat es der guten Laune keinen Abbruch, als wir ploetzlich mitten in der Wueste mit einer Panne liegen blieben. Gott sei Dank kam uns ein zweiter Jeep zur Hilfe. Mit vereinten Kraeften war die defekte Benzinpumpe bald repariert und die Fahrt konnte weitergehen. Nach einem verspaeteten Abendessen, das wir mit viel Schnaps verdauten, verkrochen wir uns in unsere Schlafsaecke und unter die Decken und hofften auf eine milde Nacht auf ueber 4000 m. Bei eisigen Temperaturen traten wir um 4.30 Uhr die letzte Etappe in Richtung Chile an. Im Dunst der Geysiere sahen wir die Sonne aufgehen, bevor wir kurze Zeit spaeter unsere mueden und kalten Knochen in einer heissen Quelle aufwaermen konnten. Wieder aufgetaut erreichten wir die Grenze und stiegen in einen Bus um, der uns ins 2000 Hoehenmeter tiefer gelegene San Pedra de Atacama brachte.
Samstag, 8. November 2008
Fahrt nach Uyuni



Und wieder einmal hiess es: " Eine Busfahrt die ist lustig, eine Busfahrt die ist schoen", diesmal auf dem Weg nach Uyuni. Wir schliefen unseren Rausch aus und wachten erst in Potosí auf, als der Strassenbelag ploetzlich von Asphalt auf Schotter wechselte. Es war der Beginn einer langen Reise mit unendlich viel Geschaukel und Staub. Nach sechs Stunden ohne die Moeglichkeit pissen zu gehen, tauchte in Mitten der Wueste das kleine Staedtchen Uyuni vor uns auf. Trotz spaeter Stunde hatten wir das Glueck zwei freie Plaetze fuer eine Tour nach Chile zu ergattern. Die Tour sollte uns durch die Salzwueste Uyunis und an bunten Lagunen vorbei nach San Pedro de Atacama fuehren. Beim Minuteman aus Boston liessen wir uns die beste Pizza Suedamerikas schmecken, bevor wir schliesslich hundemuede in unsere Betten fielen.
Sucre


Die Minen hinter uns gelassen fuhren wir mit dem Bus nach Sucre, der eigentlichen Hauptstadt von Bolivien. Kaum eine Busfahrt verlaeuft unstressig und wie geplant. Mit der ueblichen Verspaetung, Problemen am Kontrollpunkt und Hunden im Fussraum absolvierten wir die vierstuendige Fahrt und kamen gerade rechtzeitig zum Schlafengehen in Sucre an. Mit den in weiss getuenchten Haeusern und Kirchen hat Sucre den Charm einer alten Kolonialstadt. Die Stadt verfuegt ueber zwei Universitaeten, daher trifft man auf viele junge Leute und die Stadt wirkt lebendig. Aber auch historisch hat Sucre einiges zu bieten: unser Kulturprogramm fuehrte uns ins Museum der Unabhaengigkeit und einer Kirche, deren Dach wir bestiegen und eine tolle Aussicht ueber die Stadt genossen. Hungrig von unserer Stadterkundung beschlossen wir abands endlich einmal selbst zu kochen. Also machten wir uns auf den Weg zum Markt. Der lockte mit all seinen Farben und wir wurden fuendig: Spaghettis und viel frisches Gemuese wanderten in den Korb. Unsere Kochkuenste liessen uns trotz langer Pause nicht im Stich, und so zauberten wir ein leckeres Gericht.
31.10.08 Halloween: Tarabucos farbenfroher Sonntagsmarkt sollte unser naechstes Ziel sein, jedoch fiel der Markt wegen des Allerheiligen-Besaeufnisses zu Todos los Santos aus und so nutzten wir die letzte Gelegenheit in Bolivien, um ein paar wunderschoene Textilien zu erwerben. Mittags liessen wir uns das Essen der Marktfrauen im Comedor schmecken, eine gute Grundlage fuer die lange Halloweennacht. Eine feuchtfroehliche Nacht spaeter, mit nur drei Stunden Schlaf und einem fetzen Rausch im Gesicht verliessen wir am Morgen des 1. Novembers Sucre.
31.10.08 Halloween: Tarabucos farbenfroher Sonntagsmarkt sollte unser naechstes Ziel sein, jedoch fiel der Markt wegen des Allerheiligen-Besaeufnisses zu Todos los Santos aus und so nutzten wir die letzte Gelegenheit in Bolivien, um ein paar wunderschoene Textilien zu erwerben. Mittags liessen wir uns das Essen der Marktfrauen im Comedor schmecken, eine gute Grundlage fuer die lange Halloweennacht. Eine feuchtfroehliche Nacht spaeter, mit nur drei Stunden Schlaf und einem fetzen Rausch im Gesicht verliessen wir am Morgen des 1. Novembers Sucre.
Potosí
Mit dem Schlafen in Nachtbussen, will es einfach nicht so richtig klappen, und so kamen wir wieder einmal voellig uebernaechtigt in einer neuen Stadt an. Wir hatten nur noch eins im Sinn: Schnell mit dem Taxi zum Hostel, in Bett fallen und pennen. Ein paar Stunden Schlaf spaeter starteten wir dann in den Tag, brachten einen grossen Beutel voll dreckiger Waesche zur Lavanderia und schlenderten gemuetlich durch die koloniale Altstadt von Potosí. Die Stadt steht schon seit Jahrhunderten im Zeichen des Bergbaus, sie steht und faellt mit den Minen, wiel sich alles um sie dreht und mit ihnen verbunden ist. Also was gibt es in Potosí zu sehen - richtig: Minen! Somit planten wir fuer den naechsten Tag einen Minenbesichtigung ein. Am Abend verkoestigten wir uns dann noch noch mit Lama und Wein, sehr lecker und fein. Ausgeschlafen machten wir uns am naechsten Tag auf den Weg zu den Minen, durch die uns ehemalige Bergleute fuehren sollten. Nach der Ankleide und einem kurzen Halt am Miner's Market, wo wir Cocablaetter, Erfrischungsgetraenke und Dynamit fuer die Arbeiter kauften, ging es endlich zur Sache. Wer denkt, dass man in die Minen einfaehrt, liegt voll daneben - alles ist zu Fuss zu bewaeltigen. Sehr schmale Gaenge fuehren nach unten, von Ebene zu Ebene. Da in der Miene noch gearbeitet wird, ist es warm und die Luft extrem staubig. Ein Tuch vor dem Mund sollte das Einatmen der Schwebstoffe verhindern. Es war erschreckend zu sehen, dass sich die Arbeitsbedingungen in den Jahrhunderten kaum veraendert haben. Waehrend wir nach zwei Stunden ohne Arbeit voellig erschoepft waren, schaffen die Bergleute acht Stunden ohne Pause und das Tag fuer Tag. Kein Wunder, dass die Lebenserwartung gerade einmal bei knapp ueber 40 Jahren liegt. Aber der Gewinn durch das Silber lockt und die Gefahr ist nur eine Moeglichkeit.
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